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UNICEF-Report 2011 zur alltäglichen Gewalt gegen Kinder

Alltägliche Gewalt gegen Kinder wird nach Einschätzung von UNICEF bis heute weltweit unterschätzt und verdrängt. Nur in 29 von rund 200 Staaten ist sie vollständig verboten. Auch in Ländern wie Deutschland bleibt sie eine traurige Realität für viele Kinder – obwohl das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung gesetzlich festgeschrieben ist.

Gewalt betrifft Kinder aus allen gesellschaftlichen Gruppen. Am häufigsten berichteten die Kinder über Mobbing, körperliche Gewalt und sexuellen Missbrauch – so der UNICEF-Report 2011.

  • Nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes erziehen rund 13 Prozent der deutschen Eltern gewaltbelastet.
  • Nach Angaben des Bundeskriminalamts 2010 allein in Deutschland 183 Kinder Opfer von Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge oder starben, weil die Aufsichtspflicht grob vernachlässigt wurde.
  • Die am wenigsten sichtbare und am wenigsten beachtete Form der Gewalt gegen Kinder ist sexueller Missbrauch. Nur ein geringer Anteil solcher Taten wird aufgedeckt. In 75 bis 80 Prozent der Fälle kennen die Kinder die Täter. Schätzungsweise 20 bis 50 Prozent der Taten werden von Minderjährigen begangen, die mit ihrem Verhalten andere Kinder in sexueller Hinsicht verletzen.

Der UNICEF-Report 2011 macht auch auf neue Gewaltrisiken aufmerksam. So ist eine deutliche Zunahme aggressiver Verhaltensweisen unter Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken und im Internet zu verzeichnen. Mobbing beginnt zwar meist noch „offline“ auf dem Schulhof. Doch fünf Prozent der europäischen Heranwachsenden berichten inzwischen, dass sie auch online oder über das Mobiltelefon gemobbt wurden. Der Anteil der Betroffenen, die direkt Opfer von „Cyberbullying“ wurden, zieht weitere Kreise. UNICEF ruft dazu auf, Kinder in Schulen und Jugendgruppen hierauf vorzubereiten.

Weitere Informationen auf der Website von UNICEF.

 

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