Fachstelle Kinderschutz

Navigation

Inhalt

Zwei Jahre Landesprogramm

Positive Bilanz beim Kinderschutz

Auf einer fachübergreifenden Tagung in Berlin-Glienicke haben Experten am 25. Juni 2008 eine positive Bilanz nach zwei Jahren „Landesprogramm zur Qualifizierung der Kinderschutzarbeit im Land Brandenburg“ gezogen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass von dem Programm wichtige Impulse für die Praxis vor Ort ausgegangen sind.

Jugendminister Holger Rupprecht verwies bereits im Vorfeld der Tagung darauf, dass Brandenburg – im Vergleich zu anderen Bundesländern – frühzeitig die Initiative ergriffen und vieles auf den Weg gebracht habe, um Familien durch präventive Angebote zu unterstützen und Kinder besser vor Gefährdungen zu bewahren. „Mit dem Programm zur Qualifizierung der Kinderschutzarbeit wurde vor zwei Jahren die Fachstelle Kinderschutz eingerichtet, die unter anderem ein umfangreiches Praxisbegleitsystem für die Jugendämter betreibt“, so Minister Rupprecht. „Darüber hinaus hat die Landesregierung gemeinsam mit den kommunalen Spit-zenverbänden Empfehlungen zum Umgang und zur Zusammenarbeit bei Kindes-vernachlässigung und -misshandlung herausgegeben, die den kommunalen Akteuren und Diensten helfen, ihre Netzwerke auf- und auszubauen.“

Rund 80 Fachleute aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit, Schule, Justiz und Polizei zogen auf der Fachtagung eine kritische Zwischenbilanz, tauschten praktische Erfahrungen aus und diskutierten darüber, was künftig zu tun ist, um das Ziel „Kinder schützen – Familien helfen“ noch besser umzusetzen. Die Tagung wurde vom Jugendministerium in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), dem Landesjugendamt und der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg veranstaltet. Inhaltlich wurde ein breiter Bogen geschlagen: Die Themen reichten von Maßnahmen der Früherkennung und Gesundheitsfürsorge, über die Frage der Personalausstattung in den Jugendämtern bis hin zu Verfahren bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung.

„Einzelne Modelle für sich allein können keinen ausreichenden Schutz von Kindern in Risikosituationen gewährleisten. Dies gelingt nur in einem umfassenden und differenzierten System von Hilfen und dem Zusammenwirken der Akteure.“ Dieses Resümee zog Andreas Hilliger, Abteilungsleiter im Jugendministerium und unterstrich die Zusage des Jugendministeriums, die Kommunen weiterhin beim Entwickeln zuverlässiger Kooperationen zwischen den im Kinderschutz beteiligten Bereichen zu unterstützen.

Wie wichtig geregelte Verfahren zwischen Jugendamt, Gesundheit, Schule, Polizei und Justiz sind, verdeutlichte Hans Leitner, Geschäftsführer der Fachstelle Kinderschutz, in seinem Vortrag. Er stellte die Ergebnisse der Untersuchung zu Fällen im Land Brandenburg vor, bei denen Kinder in Folge von Vernachlässigung und Misshandlung zu Tode gekommen sind.

Deutlich wurde in den Fachrunden auch, dass es im Kinderschutz keine standardisierten Lösungen und Modelle gibt. So berichtete zum Beispiel der Potsdamer Jugendamtsleiter Norbert Schweers von seinen positiven Erfahrungen mit dem „Baby-Begrüßungsdienst“ in seiner Stadt. Mit dem Angebot, bei dem Jugendamtsmitarbeiterinnen junge Familien nach der Geburt zu Hause besuchen, erreiche man mehr als 95 Prozent aller Familien in der Stadt, so Schweers. Dennoch hält er das Potsdamer Konzept nicht 1:1 auf andere Kommunen übertragbar: „Lösungen müssen vor Ort gelebt und entwickelt werden.“

zum Seitenanfang